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Prof. Dr. Susanne Aileen Funke

Forschungsbereiche
  • Proteinbiochemie / Protein-Protein-Interaktionen
  • Therapie und Diagnose neurodegenerativer Demenzen
  • Verhinderung bakterieller Infektionserkrankungen, wie z.B. von Listeriose
  • Biomarker-Nachweis und -Entwicklung
  • Lebensmitteltechnologie und –sicherheit
Lehrveranstaltungen
  • Molekularbiologie und Genetik
  • Spezielle Anwendungen der Molekularbiologie
  • Neurodegenerative Erkrankungen
  • Wissenschaftsmanagement
Kontakt

Tel. +49 (0)9561 317-327
Fax: +49 (0)9561 317-311
Raum 12-009
e-Mail: aileen.funke[at]hs-coburg.de

Das wissenschaftliche Hauptinteresse von Prof. Funke gilt der Untersuchung von Peptiden und Proteinen für anwendungsbezogene Fragestellungen, insbesondere der Analyse von Protein-Protein-Interaktionen und deren therapeutischer Verhinderung. Zur in-vitro Charakterisierung der Protein-Protein-Interaktionen nutzt sie ein breites Spektrum von biochemischen und biophysikalischen Methoden, wie z.B. der evolutiven Biotechnologie (besonders Phagendisplay), Protein-Expression und Aufreinigung mittels chromatographischer Methoden, Oberflächen-Plasmonen-Resonanz, Zellkulturtests und Laser-Scanning-Mikroskopie.

Projekte

Peptide für die Therapie der Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz (AD), lateinisch Morbus Alzheimer, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust kognitiver Funktionen gekennzeichnet ist und typischerweise mit Verhaltensauffälligkeiten und neuropsychologischen Symptomen einhergeht. AD kann bis heute nur begrenzt symptomatisch behandelt werden. Trotz größter Forschungsanstrengungen ist bisher kein kausales Therapeutikum zugelassen, welches die zugrundeliegenden pathologischen Prozesse langfristig aufhalten oder gar rückgängig machen kann.

Die Erkrankung ist durch die pathologische Aggregation zweier Proteine, dem Abeta-Peptid und dem Tau-Protein, gekennzeichnet. Beide Arten von Proteinaggregaten gelten als neurotoxisch, während die jeweiligen Monomere nicht toxisch sind bzw. wichtige Funktionen in Wirbeltierzellen innehaben.

In unserer Arbeitsgruppe werden mittels Phagendisplay D-enantiomere Peptide entwickelt, die die Aggregation von Tau inhibieren. D-enantiomere Peptide haben den Vorteil, dass sie in der Regel proteaseresistent sind und nach oraler Verabreichung systemisch aufgenommen werden können. Da sie chemisch synthetisiert werden, ist ihre Modifizierung und somit Optimierung einfach.

Spezifische Peptide für die Verhinderung von Bakterien-Wirts-Interaktion und Listeriose

Listeria monocytogenes ist ein pathogenes Bakterium, das über verunreinigte Lebensmittel aufgenommen wird und das beim Menschen Listeriose verursacht. Medien berichten jährlich über Rückrufaktionen von kontaminierten Fleisch- und Käseerzeugnissen. Bei Risikogruppen verursacht das Bakterium trotz Antibiotikabehandlung eine Mortalitätsrate von 20 –   30 %. Somit ist es von hoher Bedeutung, Listerien in Lebensmitteln nachzuweisen bzw. die Invasion in menschliche Zellen zu verhindern.

In unserer Arbeitsgruppe werden mittels Phagendisplay Peptide entwickelt, die spezifisch an L.monocytogenes binden. Spezifisch an L.monocytogenes bindende Substanzen können die Invasion der Wirtszelle verhindern sowie die Detektion von L.monocytogenes ermöglichen. Weiterhin ist eine spezifische Immobilisierung der Listerien möglich.

Nachweis von Cortisol in Speichelproben

Stress ist heutzutage allgegenwärtig und zählt laut Weltgesundheitsorganisation zu den größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts. Ein Großteil der Arbeitnehmer klagt über stressbedingte physische oder psychische Leiden, wie Burn-Out, Depressionen oder Muskelproblemen, aufgrund von zu hoher Belastung am Arbeitsplatz. Eine steigende Anzahl von Firmen setzt deshalb auf achtsamkeitsbasierte Interventionen zur Stressminderung. Die Methode zur Energiebalance-Anwendung „Lorenga“ von Loretta Steinhäuser zählt auch zu diesen Interventionen und beruht auf den Grundlagen der Salutogenese von Aaron Antonovsky.

Bei Lorenga werden Patienten auf verschiedenen Ebenen stimuliert und so in einen tiefen Entspannungszustand versetzt. Dies soll dabei helfen, die Ressourcen zur Bewältigung des Stresses wiederherzustellen und zu stärken. In einem Pilotprojekt zusammen mit Prof. Dr. Niko Kohls wird die Methode validiert. Um Aussagen über physische Stressreduzierung des Körpers zu bestätigen wurde der Biomarker Cortisol in Speichelproben der Probanden untersucht.

Publikationen

Dammers C, Yolcu D, Kukuk L, Willbold D, Pickhardt M, Mandelkow E, Horn AHC, Sticht H, Malhis M, Will N,  Schuster J, Funke SA (2016)
Selection and Characterization of Tau binding D-enantiomeric Peptides with Potential for Therapy of Alzheimer Disease. PLoS One. 2016 Dec 22;11(12):e0167432. doi: 10.1371/journal.pone.0167432.

Brener O, Dunkelmann D, Gremer L, van Groen T, Mirecka E, Kadish I, Willuweit A, Kutzsche J, Jürgens D, Rudolph S, Tusche M, Bongen P, Pietruszka J, Oesterhelt F, Langen K-J, Demuth H-U, Janssen A, Hoyer W, Funke SA, Nagel-Steger L, Willbold D (2015)
QIAD assay for quantitating a compound’s efficacy in elimination of toxic Aβ oligomers. Sci Rep 5, 13222.

van Groen T, Kadish I, Funke SA, Bartnik D, Willbold D (2013)
Treatment with D3 Removes Amyloid Deposits, Reduces Inflammation, and Improves Cognition in Old AβPP/PS1 Double Transgenic Mice. J Alzheimers Dis 34, 609-20.

Wang-Dietrich L, Funke SA, Kühbach K, Wang K, Besmehn A, Willbold S, Cinar Y, Bannach O, Birkmann E, Willbold D (2013)
The Amyloid-β Oligomer Count in Cerebrospinal Fluid is a Biomarker for Alzheimer’s Disease. J. Alzheimers Dis., 34(4):985-94.

Funke SA, Bartnik D, Glück JM, Piorkowska K, Wiesehan K, Weber U, Gulyas B, Halldin C, Pfeifer A, Spenger C, Muhs A, Willbold D (2012)
Development of a small D-enantiomeric Alzheimer’s amy-loid-β binding peptide ligand for future in vivo imaging applications. Plos One e41457.

Funke SA, van Groen T, Kadish I, Bartnik D, Nagel-Steger L, Brener O, Sehl T, Batra-Safferling R, Moriscot C, Schoehn  G, Horn AHC, Müller-Schiffmann A, Korth C, Sticht H, Willbold D (2010)
Oral Treatment with the D-Enantiomeric Peptide D3 Improves Pathology and Behavior of Alzheimer’s disease Transgenic Mice. ACS Chem Neuroscience 1, 639-648.

Aktuelle Publikationsliste: https://www.researchgate.net/profile/Susanne_Funke

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