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November 20, 2018

Studie zu Neurodermitis an der Hochschule Coburg

Das abgebildete Foto zeigt den Unterarm einer Patientin vor und nach Behandlung. Quelle: Leonie Lux

Die Haut beeindruckt durch ihre einzigartige Funktionalität. Ist sie verletzt, können diverse Erreger wie Viren oder Bakterien zu Infektionen führen. Umso wichtiger ist eine intakte Hautstruktur. Beim atopischen Ekzem, häufig auch als Neurodermitis bezeichnet, ist die Hautbarriere besonders beeinträchtigt. Die Betroffenen leiden unter empfindlicher, schuppender Haut, welche häufig nässt und tiefgehende Risse aufweist. Vor allem Kinder leiden häufig unter unerträglichen Juckreizen, Rötungen und Schmerzen.

Um Betroffenen und hierbei primär Heranwachsenden zu helfen, wurde an der Hochschule Coburg eine Studie zur Korrelation von hautphysiologischen Parametern, der dazu assoziierten mikrobiellen Gemeinschaftsstruktur und mikrobiellen Quantität bei atopischer Dermatitis durchgeführt. Hierzu wurden 20 Probanden 14-tägig in einem Wirkstoffbad, einer Modifikation des Wirkstoffbads und einem Placebo gebadet. Der Wirkstoff (Madena Darmkur), hergestellt von der Firma Madena, besteht aus mehreren Prä- und Probiotika. Bei Probiotika handelt es sich um verschiedene lebende Mikroorganismen. Das erste Wirkstoffbad besteht aus dem Synbiotikum. Es beinhaltet sowohl Prä- als auch Probiotika. Die Modifikation des Bades setzt sich ausschließlich aus Präbiotika zusammen und das Placebo bestand ausschließlich aus sehr feinem, sterilem Sand. Während der Studie wurde mithilfe verschiedener Fragebögen und des PO-SCORAD (Patient oriented score of atopic dermatitis), einem System zur Bewertung des Schweregrad der atopischen Dermatitis, der Pruitus, die allgemeine Hautbeschaffenheit, Trockenheit, Abschuppung, Exkoriation und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten beurteilt. Im zweitägigen Rhythmus wurden Hautabstriche der Patienten an der Hochschule Coburg genommen. Nach der genomischen DNA-Extraktion wird als nächster Schritt das Hautmikrobiom mittels 16s rRNA Amplicon Sequenzierung bestimmt. Dadurch ist es möglich, die Diversität und Zusammensetzung des Mikrobioms und dessen Veränderung während der Studie zu verfolgen.

Erste Ergebnisse zeigen, dass der Wirkstoff deutliche Linderungen der atopischen Dermatitis erzielen konnte (siehe Fotos). Neben der visuellen Wahrnehmung konnte auch mithilfe der subjektiven Beurteilung und dem PO-SCORAD eine Verbesserung der Hauterkrankung verzeichnet werden. Mithilfe der nun anstehenden Amplikonsequenzierung soll ermittelt werden ob die Dysbiose mithilfe des Badezusatzes quantitativ beeinflusst werden kann.

Das abgebildete Foto zeigt den Unterarm einer Patientin vor und nach Behandlung. Quelle: LeonieLux